Es ist schon wieder so weit! In unserer Backstube entstehen seit einer Weile wieder Osterleckereien: Vom Osterchüechli mit Puderzuckerhase, über Hasenguetzli bis hin zum Zopfhasen. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass ein Hase jedes Jahr die bunten Eier in unseren Gärten versteckt und so zum Symbol für die Osterfeiertage wurde?

Der Ursprung des Osterhasen

Heiliges Tier der Frühlingsgöttin

Im heidnischen Glauben wurde der Hase der Frühlingsgöttin Ostara als heiliges Tier zugeordnet. Hasen galten aufgrund ihrer starken Vermehrung als Fruchtbarkeitssymbol.

Sinnbild für Leben und Wiedergeburt

Eine andere Ursprungstheorie reicht zurück in die Antike: Hier fand man das Hasen-Motiv in Kunst und Architektur wieder. Der Hase galt als Sinnbild für Leben und Wiedergeburt. Später wurden der Hase und das Ei dann zum Sinnbild für die Auferstehung Jesu.

Hase als Mondtier

Etwas mehr Phantasie verlangt die Figur eines Hasen, die im Frühlingsmond erkannt werden kann. Da Ostern am ersten Sonntag des Frühlingsmondes gefeiert wird, wurde das Mondtier Hase auch zum Ostertier.

Das missglückte Osterlamm

Eine weitere Version des Ursprungs erzählt vom missglückten Osterbrot. Traditionellerweise wurde an Ostern ein Brot gebacken, welches die Form eines Osterlammes haben sollte. Jedoch soll sich das Lamm im Ofen verformt und schliesslich eher einem Hasen gleichgesehen haben. So etablierte sich laut dieser Legende der Osterhase.

Und wieso bringt der Osterhase Eier?

Der Brauch des «Eierbringens» reicht weit zurück in die vorchristliche Zeit, wo das Ei als Lebensquelle gesehen wurde. Zu Beginn waren es Vögel, die am Gründonnerstag nach Rom flogen, um die Ostereier abzuholen. Am Karsamstag reisten die Vögel dann wieder zurück und verteilten die Eier willkürlich. Am Ostersonntag sollten die Kinder die Ostereier suchen. Im 19. Jahrhundert setzte sich der Hase als Ostersymbol durch und so brachte von da an er die farbigen Eier.

Wieso genau Eier gebracht werden, hängt vor allem damit zusammen, dass an Ostern die 40-tägige Fastenzeit endet. Während der Zeit des Fastens, wurden die Eier für die Zeit danach aufgespart.

Achtung vor zu hohem Eierverzehr!

Zum ersten Mal schriftlich festgehalten wurde der Osterhase im Jahr 1682 in einer wissenschaftlichen Arbeit des Medizinprofessors Georg Franck von Franckenau. Er beschreibt darin den in Deutschland (und auch in der Schweiz) typischen Brauch, dass der Osterhase Eier im Garten versteckt. Tatsächlich galt seine Arbeit aber nicht der Feier des Osterbrauches, sondern der Warnung vor zu hohem Eierverzehr.

 

So oder so hat der Osterhase seit dem 19. Jahrhundert einen festen Platz in unserem Jahresrhythmus und wird wohl auch dieses Jahr – trotz etwas widrigen Umständen – einige bunte Eier in den Gärten verstecken.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und einen sonnigen Frühling!